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Die Eiderente

Eiderenten leben in den unwirtlichsten aller Landschaften.

Eiderenten leben in den unwirtlichsten aller Landschaften. Von bitterkalten Polarstürmen umbrandet müssen die nackten Kücken überleben. Trotzdem - es gibt keine anderen Jungvögel, die in so unvergleichlich behaglicher Wärme flügge werden. Sie kuscheln sich in ihr Nest, das die Entenmutter mit ihren Brustdaunen ausgekleidet hat. Diese Brustdaunen sind in sich verkettet, damit sie der Wind nicht fortträgt, wiegen zweimal Nichts und sind unendlich feinfaserig ... die Fäserchen umfassen die kalte Luft, wärmen sie und entwickeln dabei ein Schlafklima, das einmalig ist.

Wer je Eiderdaunen in seinem Handteller wog, staunt über ihre geheimnisvolle Aura, über ein durch und durch hautsympathisches Gefühl. Die Ernte ist sehr klein, sie schwankt je nach dem Brutverhalten der Eiderenten. Geerntet wird von Hand und prinzipiell nur aus verlassenen Nestern.

«Das Eiderdaunensammeln ist eine von Islands ältesten landwirtschaftlichen Betätigungen und vielleicht eine seiner sanftesten. Es ist eher ein Kultivieren als ein Bauern. Wir kümmern uns um die Eiderenten, schauen, dass sie es bequem haben und ungestört sind, und wir schützen sie vor Raubtieren.»
Arni Snaebjörnsson, isländischer Bauernverband

Eiderdaunen, wertvoller als Gold
Eiderdaunen sind äusserst seltene, luxuriöse «Spitzenprodukte» der Natur. Sie sind das Geschenk der Polarenten an die Bewohner des Polarkreises. Ihr Dank gilt der wohl seltsamsten Lebensgemeinschaft einer wild lebenden Tierart mit der Gattung Mensch. Sie ist einzigartig.

Eiderenten leben weit draussen in der klirrenden Kälte des Polarmeers. Sie sind äusserst scheu, streifen aber zur Zeit des Eierlegens erstaunlicherweise ihre Scheu vor dem Menschen für kurze Zeit ab. Nicht vor allen Menschen, sondern nur vor Menschen einer bestimmten Familie, jener Familie, die schon ihre Mutter betreute. Was heisst betreuen? Die «menschliche Gastfamilie» hat den Nestbau jener Eiderenten, die sie jedes Jahr besuchen, sorgfältig vorbereitet. Geländetulen oder ausgediente Autoreifen werden mit Heu ausgepolstert. Jede Eiderente besetzt eines der Nester.
Durch den Hormonprozess der Mauser sitzen ihre Bauchdaunen nur noch lose. Diese Daunen sind in der Kältehölle zwischen Eisbergen und Vulkanen zur Vollkommenheit gereift. Durch Ausrupfen des Gefieders verwandelt die Ente das Heunest in ein wohliges Daunenparadies, bereit, die Eier aufzunehmen.
Rundum diese Welt des Friedens aber lauert der Tod. Auf Felsen und Bäumen sitzen hungrige Seeadler, irgendwo im Dunkeln sieht man die Silhouetten lauernder Füchse. Eier und junge Enten sind für sie ein Geschenk Gottes.
Der Bauer wird deshalb die kalten Nächte mit der Flinte auf den Knien verbringen. Aber er verteidigt den Eiderentennachwuchs nicht nur mit Schüssen. Wenn die Entenmütter zum Saufen ihre Nester verlassen, ersetzt er nasse Daunen sorgfältig durch Heuzugaben. Nässe lässt die Eier faulen.
Durch die Symbiose Tier-Mensch entsteht Einmaliges. Die Biografien ganz bestimmter Entenfamilien sind eng verbunden mit der Biografie einer ganz bestimmten Bauernfamilie. Das ist so einmalig wie die Qualität dieser Daunen.
Im Unterschied zu allen anderen Daunen, sind die einzelnen «Federchen» nicht lose, sie verkletten, damit sie der Wind weniger forttragen kann. Und in ihrer ganzen Konsistenz sind sie die Antwort der Natur auf bitterste Kälte – wer eines dieser in sich haftenden Eiderdaunen-Klümpchen in die Hand nimmt, erlebt Magisches. Sofort entwickelt sich ein sanftes Wärmegefühl, die Haut milde stimulierend, als hätte sich Mutterliebe materialisiert.
In dieses Mysterium hinein werden die Entchen geboren. Und der Tag kommt, an dem die Entenfamilie zum Wasser watschelt und sich die «Haustiere» wieder in scheue Wildtiere verwandeln. Was sie zurücklassen, ist ein köstliches Geschenk an ihre menschlichen Gastgeber und Beschützer: Winzige Häufchen der wertvollsten aller Daunen. Der Bauer sammelt sie Gramm für Gramm und bringt sie zur Sammelstelle. Die Daunen sind durch Kot, Heu und Sand verunreinigt. Der Reinigungsprozess verlangt nach erfahrenen, menschlichen Händen und dauert viele Stunden. Die Grösse der Gesamternte variiert jedes Jahr und damit auch der am Weltmarkt erzielte Preis. Das ist vergleichbar mit einem anderen, seltenen Naturprodukt, den Trüffeln.

Mit Recht darf man sagen,
diese Kostbarkeit der Natur ist wertvoller als Gold.